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Ich kann meinen Kopf nicht ins Schließfach legen, ich muss damit weiterdenken
Herta Müllers Werk hat die Gestalt eines Kreises. Seit dem Erscheinen von „Niederungen“ im Jahr 1984, hat der Kreis viele Ringe bekommen. Doch alle Ringe umrunden das gleiche Zentrum: Die Diktatur und Rumänien. Ich sage mit Absicht nicht „eine rumänische Diktatur“, Regime dieser Art sehen einander ähnlich. Dennoch haben mir Herta Müllers Bücher Ceaucescu und „sein“ Rumänien erklärt. In „Niederungen“ unterstrich ich damals Sätze wie diesen: „Ich wollte etwas sagen, aber ich hatte den Mund so voller Zunge, daß ich kein einziges Wort hervorbrachte“, oder „Die Kälte verstauchte mir die Backenknochen. Ich hatte kalte Zähne“.
Aber nicht nur das. Ihre Bücher haben mir das Wesen der Diktatur im Wortsinn „nahe gebracht“, besonders eindringlich empfand ich den Roman „Der Fuchs war damals schon der Jäger“. Hier geht es um Zersetzung, Zersetzung als Vorstufe der Zerstörung, Zersetzung von Freundschaften. Dann werden Menschen sich „selbst zu einem Fehler“. Ihre Schilderungen solcher Mechanismen sind beharrlich: auch im Zeittakt der Wiederholung. Eindringlich auch in den Wortbildern. Dramatisch: auch in der Abbildung realer Ereignisse. Ihre Prosa ist kompakt. Ein Satz von ihr kann hundert Seiten überflüssig machen. Kann man sich nicht alles vorstellen, wenn man einen Satz wie diesen liest: „Das Dort steht wie eine Kiste in der Gegend“. Herta Müller baut Sätze wie gut gebaute Häuser.
Herta Müller lebt seit 1987 in Deutschland, in Berlin. „Angekommen, wie nicht da“, heißt es im Prosaband „Barfüßiger Februar“. Oder: „Bleiben zum Gehen“. „Wo ist dieser Ort?“ Sie wacht über ihre Erinnerung, sie braucht ihre Erinnerung. Die Erinnerung ist ihre Intimsphäre, sie hütet sie eifersüchtig. „Man muß zwischen Erinnerungen unterscheiden“, hat Herta Müller gesagt, und das hat mich sehr beeindruckt: Wendest du dich den Erinnerungen zu, oder kommen sie zu dir?
Der Westen mit seinen Sprachmustern und Sittenbildern hat sie nicht abgelenkt, die Gedächtnishalde ist in ihrem Besitz geblieben. Geschichte, denn von wenig anderem ist in ihren Büchern die Rede, braucht ein Gedächtnis. Der fiktionale Charakter ihrer Romane sitzt fest auf dem Grund wahrer Begebenheiten. Die Müller-Gemeinde – sie ist groß, nicht nur in Deutschland – sie weiß, was erzählt wird, kennt die Motive, zu denen die scharfe, schwere und überaus genaue Prosa führen. Sie kennt die Utensilien: Schlüssel, Koffer, Melonenkerne, kennt den Typus des Untermieters. Sie kennt die Vornamen der Freundinnen, die zu Verräterinnen werden: Amelie, Liza, Irene, Adina, Clara, Lola, Tereza. Sie kennen den alten Windisch, kennen Rudi, Liviu, Edgar und Georg. Tereza in „Herztier“ kann sich wie Clara in „Der Fuchs war damals schon der Jäger“ den Bestechungen eines Securitat-Offiziers nicht widersetzen. Verrat der Freundschaft war ein Höhepunkt der Erniedrigungspraxis.
Schreiben ist eine Tätigkeit permanenter Preisgabe. Herta Müllers Bücher sind Geschichtsbücher und Literatur.
Ihre Person stellt sie so vor: „1953 bin ich in Nitzkydorf geboren, das Jahr, in dem Stalin körperlich starb – geistig lebte er noch viele Jahre“. „Das Dorf“, sagte sie weiter, „liegt im rumänischen Banat, zwei Autostunden zu Belgrad oder Budapest. Eine Bauernbevölkerung, weiße, rosa, hellblaue Giebel – oder Triangelhäuser in symmetrisch laufenden Straßen. Mein Vater haßte Feldarbeit und wurde, als er 1945 aus der SS nach Hause kam, LKW-Fahrer und Alkoholiker. Auf Feldwegen geht das zusammen. Meine Mutter war und blieb Bäuerin auf den Mais- und Sonnenblumenfeldern. Mais ist für mich die sozialistische Pflanze schlechthin: er hat Fahnen, wächst in Kolonnen, raubt den Blick, und seine Blätter schneiden bei der Arbeit in die Hände. Im Maisfeld wird man an einem einzigen Tag vom Kind zum Greis. So erkläre ich mir, daß meine Mutter schon mit Ende zwanzig für mich eine alte Frau war …“
Als Herta Müller in einem Alter war, in dem man sich Berufe wünscht und ausdenkt, wollte sie Schneiderin oder Friseurin werden. Beide Berufe haben mit dem Abmessen und dem Abschneiden zu tun. Mit der Schere bearbeitet sie Texte und zerschneidet Sätze in Zeitungen und Zeitschriften für ihre Collagen.
Bücher gab es bei ihr zu Hause keine, nur Gebetbücher und die „Deutsche Lebensschule“ und Kühe, die das Kind hütete. Das Wort „Einsamkeit“ fehlt im banater Dialekt. Sie war „allein“. Allein ist erbarmungsloser als einsam. So richtet Sprache Gefühle. Der Westeuropäer versteht unter nationaler Identität etwas grundlegend anderes als der Mittel- und Osteuropäer, und jeder merkt bei dem anderen das Negative. Aber negativ nennt er, was ihm selbst am meisten fehlt. Der Osteuropäer ist bestrebt, sich vom „seelenlosen Rationalismus“ abzugrenzen, von Dingen, vor denen seine Abscheu eigentlich überflüssig ist, weil er gar keine Gelegenheit hatte, sie zu praktizieren. Der Westeuropäer hört nicht gern die metaphysischen Schicksalsfragen, die apokalyptische und fatalistische Sicht. Er ängstigt sich. Auch vor der Sprache Herta Müllers. Sie zieht das Blatt vom Mund weg, aber nicht, um über die Sprache brachial herzufallen. Sie befragt die Fragen, sie prüft den Sinn, sie verweigert den angeblich rationalen Zwangszusammenhang. Dass Sprache und Biographie zusammenhängen, diese These löst das Werk Herta Müllers ein. „Ich kann“, sagte sie in einem Interview, „meinen Kopf nicht ins Schließfach legen, ich muß damit weiterdenken. Ich habe über dreißig Jahre in einer Diktatur gelebt, ich werde – das wird sich wahrscheinlich nicht ändern – alles, seitdem ich im Westen lebe, was ich zur Kenntnis nehme, worüber ich mir Gedanken mache, nicht völlig von dem Problemkreis abtrennen können, den ich mitgebracht habe. Und Erfahrungen setzen sich ja auch immer fort, lernen heißt ja, man verknüpft eines mit dem anderen“. Sie schreibt nicht über ihr Privatleben, nicht über Liebesglück und Unglück, und über Wohnungen nur soviel, dass die deutschen leeren Wohnungen sie im Anfang sehr irritiert haben. Aber wie sie lebt, das bleibt Privatsache. Eine Adresse in Berlin und oft auf Reisen. Ihre Bücher sind in 20 Sprachen übersetzt.
Verena Auffermann
Bron:
http://www.poetenfest-erlangen.de/2004/portraets/mueller_portr.htm

Woorden bij “Biografie Herta Müller”:
1. Schließfach bagagekluis
2. Kreis kring
3. Ringe wallen
4. Absicht bedoeling
5. Niederung laagland
6. Backenknochen jukbeen
7. Zähne gebit
8. Wortsinn woordenzin
9. Zersetzung ontwrichting
10. Wiederholung herhaling
11. Eindringlich nadrukkelijk
12. Sätze zin
13. Intimsphäre privé-sfeer
14. Sittenbildern beleefdheidsvormen
15. Rede redevoering
16. Gedächtnis herdenking, geheugen
17. Begebenheit gebeurtenis
18. utensilien Utiliteit, efficiëntie
19. Untermieter onderhuurder
20. Bestechung omkoperij
21. Bauernbevölkerung deel van de bevolking dat boer is
22. Feldarbeit veldwerk
23. Lkw-Fahrer vrachtwagenchauffeur
24. Sonnenblumenfeldern velden waar zonnebloemen gekweekt worden
25. Blätter bladeren
26. Schneiderin couturière, kleermaakster
27. Friseurin coiffeuse, kapster
28. Gebetbücher bijbels
29. Lebensschule levensles
30. Osteuropäer Oost-Europeaan
31. abgrenzen bepalen
32. Schicksalsfragen levensvragen
33. apokaliptische het einde van de wereld betreffend
34. herfallen über aanvallen op, overvallen
35. Zwangzusammenhang samenwerking onder dwang
36. wahrscheinlich waarschijnlijk, denkelijk
37. abtrennen isoleren, afsplitsen
38. Liebesgluck geluk in de liefde
39. Privatsache persoonlijk goed, persoonlijke dingen
40. übersetzen vertalen

Mundhimmel
Herta Müller hat mit ihrem neuen Essayband eine Poetik über Dichtung in Diktaturen verfasst
Von Michael Naumann
Als Herta Müller vor 20 Jahren ihren ersten Prosaband Niederungen im Berliner Rotbuch-Verlag veröffentlichte, begrüßte die Literaturkritik sie als „deutsch schreibende Rumänin“. Noch heute muss sie in der Bäckerei hören, dass es „Brezel“ heißt, mit langem „e“, nicht „Bretzel“; auch spreche sie doch recht gut Deutsch. Als wären die Feuilletons Außenstellen von Ausländerämtern, hafteten den Rezensionen ihrer Bücher (Reisende auf einem Bein, 1989; Der Teufel sitzt im Spiegel, 1991; Der Fuchs war damals schon der Jäger, 1992; Herztier, 1994; Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet, 1997) gewisse asylbehördliche Vorbehalte an: Zwar schreibe sie mit kraftvollen Metaphern über die Schrecken einer Diktatur, zwar gelinge ihr dies in einer eigentümlichen, unverwechselbaren Sprache – indes, dies alles spiele sich im Ausland ab, in einem Land, dessen Hauptstadt entweder Bukarest oder Budapest heiße und dessen unaussprechlicher Diktator bekanntlich vor einer Videokamera erschossen wurde. Genug davon. Also fragten ihre wohlwollenden Kritiker: Wann kommt Herta Müllers erster deutscher Gegenwartsroman?
Da fiel ihr auf, dass es bei uns eine literarische Gegenwart gibt, die 1939 in Danzig beginnt, und eine ausländische Gegenwart, die schon längst Vergangenheit ist: Wir haben mit unserer Geschichte schon genug zu tun, da möge sich diese Rumänin doch bitte endlich integrieren. Deutschland hat doch auch einen Vorrat dramatischer politischer Sujets.
Sie kann aber nicht vergessen. Daran hindern sie die Wörter. Es sind seltsamere, ältere Wörter, als sie in Reisepässen stehen. Und beim Schreiben sind es die Pausen zwischen den Wörtern, also das Schweigen, in denen sich die Sätze im Kopf bis zur Unaussprechlichkeit verdichten, weil sie um das Unaussprechliche selbst kreisen: um die tonlose Angst in der Diktatur, um Morddrohungen des Apparats, um Verhöre in den Zimmern der Geheimdienste, um die Wahrheit, in einem zu Gehorsam und Verrat dressierten Volk aufgewachsen zu sein. Davon handelt ihr jüngster Essayband Der König verneigt sich und tötet. Es ist eine Poetik über Dichtung in Diktaturen.
Die Ermahnungen der literaturkritischen Integrationsämter haben Herta Müller zu denken gegeben. Also denkt sie nach über ihre Sprache in Deutschland und Rumänien, über „das Frösteln des Gemüts bei der Frage: Was ist ein Leben wert“. Oder, in den Worten eines Securitate-Verhörers: „Was glaubst du, wer du bist?“ Denn jede Frage will eine Antwort haben, doch die Erfahrung Herta Müllers, dass das Leben in einem mörderischen Regime nichts wert ist, führt zu der paradoxen (weil doch aufgeschriebenen) Wahrheit: „Wenn der Großteil am Leben nicht mehr stimmt, stürzen auch die Wörter ab.“ Oder sie fügen sich zu neuen Fragen. An einem 1. Mai wird ihr Freund vom Geheimdienst ermordet. „Wie muss das sein, wenn man spätabends zu Hause sitzt, es klopft, man öffnet und wird erhängt.“
Die Sprache verhört sich selbst
Die hier versammelten Essays kreisen um den Wunsch, zu Papier zu bringen, was noch die empfindlichste Geschichtsschreibung des vorigen Terror-Jahrhunderts nicht vermag: die Überlebenstechniken in einer Schreckensherrschaft vorzustellen, die zwischen stiller Anpassung, Wegducken und Schweigen oder Flucht in gemeinsame seelische Selbstvergewisserung unter Dissidenten liegen. Wie geht man in ein Verhör, wichtiger noch – wie geht man aus ihm heraus? Dabei scheinen die absurden Stunden, die Herta Müller und ihre Freunde vor den Schreibtischen der Securitate verbracht haben, in ihrem ganzen Werk nachzuhallen.
Sie nimmt sich selbst und ihre Wörter in ein kontinuierliches Verhör – sind sie den Dingen angepasst wie ein Handschuh oder nicht doch wie Handschellen? Sind ihre Texte kahl wie eine Pappel im Winter, oder machen ihre Wörter „große Augen“, die alles sehen, alles aufbewahren wollen – auch das, was vielleicht gar nicht existiert? Und: „Ich habe in meinen Büchern noch keinen Satz auf Rumänisch geschrieben. Aber selbstverständlich schreibt das Rumänische immer mit, weil es mir in den Blick hineingewachsen ist.“ Im Rumänischen, einer sinnlichen Sprache, heißt der Gaumen „Mundhimmel“. So hätte Herta Müller es erfinden können.
Ihre Essays sind dort auf der Höhe ihrer so eigentümlichen Romane, wo sie das, was andere Autoren als Handwerk beschreiben mögen, als beinahe aussichtslosen Versuch verstehen, genauer, „als Gratwanderung zwischen dem Preisgeben und Geheimhalten“. Erschwert wird diese von dem offenkundigen Wissen der Dichterin, dass nicht nur sie Geheimnisse hat, sondern mehr noch die Wörter selbst. Hier gleicht sie Karl Kraus; der hatte das Gefühl, dass die Wörter, je länger man in sie hineinschaute, schließlich zurückschauten. Auf dem Berliner Schreibtisch von Herta Müller liegen Hunderte von Wortschnipseln, aus Zeitungen herausgeschnitten wie Indizienbeweise, die sie bei Gelegenheit zusammenfügt zu Gedichten, die ganz und gar von und in der Eigenevidenz der Schrift gewordenen Laute leben.
Wer wie Herta Müller an die Wunderkraft von Wörtern glaubt, muss davon ausgehen, dass die Dinge, die die Sprache beschreibt, mit ihren Bezeichnungen leben und, wenn es nötig ist, auch emigrieren können. Und so erzählt sie von einem Baum, der ihr aus Rumänien nach Berlin gefolgt ist: „Berlin ist keine Aprikosen-Gegend, dafür ist es zu kalt. Ich hab in Berlin keinen Aprikosenbaum vermisst. Dann aber, ohne zu suchen, einen gefunden… Der Baum ist für mich ein Stück weggelaufenes Dorf… Als wäre das Dorf auch mancher Bäume überdrüssig geworden, als hätten sie sich unbemerkt aus den Gärten davongemacht.“
In Wirklichkeit aber war der Schriftstellerin nur das schöne, weiche Wort gefolgt, das sich seine angestammte Bedeutung gesucht hat, um schließlich jene märchenhafte Idee zu bestätigen, dass selbst die Obstbäume aus der ländlichen Enge und Kontrolle eines furchtbaren Landes geflohen sind. Doch der Vergleich des von der Sprache gebannten Karl Kraus mit Herta Müller endet hier: Jener suchte und fand in einer fast kunstgewerblichen Natur- und Gartenlyrik Trost angesichts der ideologischen Moderne; für Herta Müller war noch jeder Fluss, jeder Stein an seinem Ufer befleckt vom Todeshauch der rumänischen Geheimdienste. Im Fluss konnte man ertränkt werden, die Steine in der Manteltasche zogen die Opfer in die Tiefe.

Die Regierung macht es warm
Mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrer Emigration aus Rumänien will und kann Herta Müller ihre Erfahrungen von Angst und tyrannischem Sozialismus nicht vergessen. Sie hat sie mitgebracht in eine fremde Welt namens Deutschland, die es inzwischen vorzieht, sich abzuwenden von der Wirklichkeit eines Landes unter totalstaatlicher Kontrolle. Wir haben eine Behörde errichtet, in der das schlechte Gewissen von 100000 ehemaligen Stasi-Spitzeln in kilometerlangen Aktenständern verwaltet wird, während ihre eigentlichen Besitzer sich bei Good Bye, Lenin! amüsieren.
Seltsam und liebenswürdig ist diese Autorin, die im literarischen Leben Berlins bisweilen mit verschmitztem Lächeln anzutreffen ist; doch in ihren Essays verschlägt es dem Leser das Lachen. Hier schreibt jemand, der an die Gerechtigkeit glaubt und der jeden Satz zum Zeugen dafür aufrufen möchte, wie es wirklich war in dem Land, in dem an jeder Straßenecke die täglichen Lügen aus den Staatslautsprechern bellten und in dem die Regierung die Wintertemperaturen im Wetterbericht um zehn Grad erhöhte, auf dass die Genossen Bürger nicht so froren.
Im geistigen Milieu der Bundesrepublik sind die kritischen Theorien des Totalitarismus bis in die achtziger Jahre hinein abgewehrt worden. Die intellektuellen, kulturellen und politischen Entgleisungen des 20. Jahrhunderts, die sich zu Mord und Totschlag addierten, spiegelten sich wider in den Texten eines Albert Camus oder Elias Canetti, in den Romanen eines Manès Sperber oder den Reflexionen eines Leszek Kolakowski – lauter „Ausländer“, die erst an der Peripherie, dann im Zentrum des totalitären Mahlstroms um ihr Leben schrieben. In Deutschlands „linkem“ Literaturbetrieb galten sie als reaktionäre Diversanten. Herta Müllers Essays sind poetische Nachzügler jener Epoche; aber sie sind nur eines nicht: Zuspätgekommene. In ihrer bildgenauen Wahrheit holen sie die Gemeinheiten, die Menschen einander zufügen, in die Gegenwart zurück. Das Bestürzende ihrer Essays liegt im Geheimnis ihrer schönen Sprache. Jedes ihrer Wörter ist ernst, das heißt, sie wiegen schwerer als das ganze Buch.
Herta Müller:
Der König verneigt sich und tötet
Essays; Hanser Verlag, München 2003; 203 S., 17,90 €
(c) DIE ZEIT 05.02.2004 Nr.7

Woorden bij “Mundhimmel”:
1. Diktatur Dictatuur, dictatorschap
2. verfassen Schrijven
3. Prozaband Prozaboek(deel)
4. Rumänin Roemeense
5. Bäckerei Bakkerij
6. damals Toen, destijds
7. kraftvoll Krachtig, sterk
8. Metapher metafoor
9. Schrecken Verschrikking
10. Hauptstadt Hoofdstad, hoofdplaats
11. bekanntlich Zoals bekend
12. Gegenwart Hedendaags, tegenwoordige tijd
13. integrieren Integreren
14. vergessen Vergeten
15. Reisepaß Pas
16. Unaussprechlichkeit Het onuitspreekbaar zijn
17. verdichten Comprimeren,
18. Morddrohung Doodsbedreiging
19. Ermahnung Vermaning, aanmaning
20. Gemüt Inborst, aard
21. mörderisch Moorddadig
22. Geheimdienst Geheime (politie) dienst
23. Wunsch Wens
24. empfindlich Gevoelig, lichtgeraakt
25. vorstellen Voorstellen, presenteren
26. nachhallen Nagalmen, naklinken
27. Kontinuierlich onophoudelijk
28. Pappel Populier
29. existeren Leven, bestaan, voorkomen
30. hineinwachsen Erin groeien
31. Höhe Hoogte, golving
32. Gratwanderung Wandeling over de bergkam
33. preisgeben Prijsgeven
34. länger Langdurig
35. Zeitungen Bladzijden
36. Bezeichnung benaming
37. nötig Nodig
38. Aprikosenboom abrikozenboom
39. Stück Stuk
40. überdrüssig sein Het beu zijn
41. Schriftstellerin schrijfster
42. Obstbaum Fruitboom
43. Fluß Rivier
44. Manteltasche Rugzak
45. Emigration Uitwijking, emigratie
46. inzwischen ondertussen
47. Behörde Overheidsinstantie, dienst
48. verwalten Bekleden, beheren
49. Seltsam Vreemd apart, zeldzaam
50. bisweilen Bij tijd en wijle
51. zeugen Getuigen
52. bellen blaffen
53. Wetterbericht Weerbericht
54. geistig verstandelijk
55. achtziger Jahre Jaren ‘80
56. Totschlag Doodslag
57. addieren Optellen
58. Peripherie Buitenwendige, buitenkant
59. bestürzend verbijsterend
60. ernst Serieus, ernstig

Reactie op “Der Köning verneigt sich und tötet“ van Herta Müller.

Dictatuur is uiteraard iets verschrikkelijks en de manier waarop Herta Müller deze terreur lijkt te beschrijven trekt ons allebei aan. De schrijfstijl wordt als bijzonder en indrukwekkend beschreven een ook dat is aansprekend. Stijl en taalgebruik is heel belangrijk bij een boek dat zoiets gruwelijks beschrijft, op dat onderdeel valt of staat een boek, vinden wij. En na het lezen van deze recensie zou dit boek op dit onderdeel blijven staan. Anneline lijkt het boek, het onderwerp indrukwekkend, interessant maar ze spreekt ook van een cultuurschok. Ze kan zich er niets bij voorstellen en denkt dat de woorden in het boek zich om zullen zetten in een film in haar hoofd waardoor alles heel duidelijk wordt (misschien wel iets té duidelijk). Al hoewel we allebei al eerder boeken hebben gelezen van dit kaliber, lijkt het een onderwerp te zijn dat nooit gaat vervelen, en dat is maar goed ook! Het boek zet mensen aan het denken, het geeft ook tijd om te denken door de stukken wit en de pauzes die de auteur geeft en neemt. Mensen hebben het recht van vrije meningsuiting (althans als het niet gaat tot discriminatie), maar op de plaats die mevrouw Müller beschrijft in haar 203 pagina’s dikke boek worden dit recht en nog meer rechten grof geschonden. Als iemand het recht om zijn/haar mening te uiten wordt ontnomen is dat onmenselijk, een mens moet zijn eigen gedachten opgesloten houden in zijn eigen hoofd. Noodgedwongen jezelf dwingen niets te zeggen, omdat de gevolgen nog verschrikkelijker zijn dan opgesloten in jezelf zitten. Daar sta je als Nederlander wel even van te kijken. En eigenlijk vinden wij dat dat maar goed is ook, als zoiets als Herta Müller beschrijft normaal zou zijn dan zou de wereld helemaal op het laagste punt ooit zijn. Dan zou de wereld mogen vergaan. Maar gelukkig zijn er mensen die er wel vrij over kunnen schrijven, hoe verschrikkelijk het ook is dat er nog steeds over kan worden geschreven omdat het nog steeds voorkomt. Stiekem zijn wij een beetje ‚blij’ omdat anders de auteur van ‚Der Köning verneigt sich und tötet’ dit boek niet had kunnen schrijven.

Undine Gruenter
Ein Porträt der Schriftstellerin von Enno Stahl

Für einen geborenen Kölner kann es eigentlich gar keinen Grund geben, aus der Stadt wegzuziehen. Im Falle der Autorin Undine Gruenter ist das etwas anderes, sie wurde zwar hier geboren, aber die Erinnerungen an Köln sind nicht allzu günstig, verbrachte sie doch ihre ersten anderthalb Jahre in einem Waisenhaus, bis sie nach Düsseldorf zu ihrer Mutter zog, Astrid Gehlhoff-Claes, ebenfalls Autorin. Nach Studien in Heidelberg, Bonn und Wuppertal übersiedelte sie nach Paris, wo sie noch heute lebt. Mitte der 90erJahre starteten sie und ihr Lebensgefährte Karl-Heinz Bohrer, Surrealismus-Experte und Herausgeber der Theorie-Zeitschrift “Merkur”, auch er gebürtiger Kölner, noch einmal einen Versuch, im Rheinland Fuß zu fassen. Aber nach wiederum kaum mehr als anderthalb Jahren am botanischen Garten in Köln, zog es beide zurück nach Paris, in eine kleine, idyllisch abgeschlossene Cité am Fuß des Montmartre, unweit der farbenreichen Rue Lepic. Wie eine Oase aus einer anderen Zeit erscheint dieses abgesteckte Terrain mit drei Ausgängen, das sechs Haupthäuser, mehrere Pavillons, Ateliers und Höfe auf verschiedenen Höhenniveaus beherbergt, dazwischen verwinkelte Treppen und etwas Grün, ein Ort der Stille inmitten des tobenden, touristisch aufgemotzten Chaos rund um Pigalle. Den Vorwurf von Freunden, diese Lebensszenerie, überhaupt Paris als Wahlheimat, das käme mindestens 30 Jahre zu spät, mag Undine Gruenter nicht teilen. Für sie bietet Paris alles zugleich, die große künstlerische Vergangenheit ebenso wie die modernistisch ausgerichtete Gegenwart und Zukunft. Wie sehr diese verschiedenen Zeiten und die damit verbundenen ästhetischen Entwürfe verschwimmen können, demonstriert ihr jüngstes Buch, “Das Versteck des Minotaurus”, das in diesem Herbst erschien. Ort des Geschehens ist eben jener Gebäudekomplex, wo sie lebt. Die Bewohner desselben werden durch verstörende Pastiches aufgebracht, die von einem anonymen Dichter im Kasten für offizielle Mitteilungen hinterlassen werden. Die Nachforschungen der Bewohnerschaft, die zu großem Teil aus Künstlern und Literaten besteht, bleiben zunächst erfolglos, auch der hinzugezogene Detektiv vermag den Urheber nicht zu ermitteln. Doch verdichtet sich der Verdacht, dass eine Gruppe von jungen Künstlern, die gegen die Riege der älteren, saturierten zu Felde ziehen, für die poetischen Attacken verantwortlicht ist. Sie scheinen in den weitverzweigten Kellern der “Cité” zu hausen, eine ins praktische transportierte Metapher des künstlerischen Untergrunds also. In diese Rahmenerzählung sind die vielzähligen Miniaturen eingeschaltet, mittels derer die “Kellerkünstler” ihrem Protest Ausdruck verleihen. Es handelt sich dabei um hermetisch-chiffrierte, mythisch angehauchte Tiergeschichten mit einem Hang zu Fabulösen, Parabelhaften, der allerdings zumeist durch zeitgenössische Bezüge gebrochen wird. Dieser “Roman” Undine Gruenters versucht als Sprachkunstwerk paradigmatisch literarische Epochenkonflikte zu dokumentieren. Da sie selbst ihre Schreibanfänge in die Tradition surrealistischer “écriture”, Aragons “Paysan de Paris” oder Bretons “Nadja”, rückt, gilt ihr das aktionistische Aufbegehren der jeweils jungen Künstler gegen die jeweils alten als notwendiges Bestandteil der kulturellen Entwicklungsgeschichte, als periodisch wiederkehrender Verjüngungsprozess.

Das alles klingt abstrakt und ist es auch. Stil, hier überaus ziseliert und hochwertig, ist für Undine Gruenter ein Moment analytischer Durchdringung, weniger der Menschen und ihrer Beziehungen als ihrer ästhetischen Werte. In ihrem 1995 erschienenen umfangreichen ‘Journal’ “Der Autor als Souffleur” hat sie traumatische Kindheits- und Jugenderlebnisse angesprochen. Nur zu oft werden solche Erfahrungen von Autoren schreibend bewältigt. Gruenter jedoch hat schon an dieser Stelle betont, dass sie niemals autobiografisch schreiben könnte, schließt sich allerdings Autoren wie Semprun und Gombrowicz an, die sagten, dass man in der Fiction unendlich viel besser über sich selbst schreiben könne als in der autobiografischen Prosa. So wird man davon ausgehen können, dass vieles in ihre früheren Bücher mit eingeflossen ist, etwa ihren Erstling “Bild der Unruhe”, der eine alptraumhafte Gegenwarts-perspektive des Protagonisten schildert und ihn auf die Reise durch ein wüstes, seelenleeres Europa schickt, mit Endpunkt Paris. Oder den komplexen Beziehungstaumel in “Vertreibung aus dem Labyrinth”, der den Schriftsteller Boris in Beziehung zu drei Frauen setzt, die zugleich Varianten voneinander zu sein scheinen.

Die Welt der Undine Gruenter scheint abwegig und aussichtslos zu sein, doch sie ist es nicht. Immer wird ein Hintertürchen frei gehalten, wie sie nachdrücklich unterstreicht. Das glaubt man ihr um so mehr, wenn man sie erlebt, eine Frau, die seit einigen Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist und trotzdem Heiterkeit und intellektuelle Ruhe ausstrahlt wie wenige Menschen. Liegt das an ihrer rheinischen Herkunft? Wer weiß. Mit schweren Krankheiten und Schicksalsschlägen geht jeder Mensch auf seine Art um, gleich woher er stammt.

Nach knapp 15 Jahren ist ihr Verhältnis zum Rheinland und zu Köln ohnedies eher literarisch begründet, Rolf Dieter Brinkmann gilt ihr als wichtiger Bezugspunkt. Und dann erinnert sie sich, dass sie sich einst in den 70er Jahren ein Haus in der Kölner Südstadt ausgesucht hatte, wo sie gerne gewohnt hätte. Beinahe wäre sie also wieder Rheinländerin geworden, wenn sie es nicht sowieso immer geblieben ist. Ihr Humor und ihre Erzählfreude jedenfalls sind einem nur zu vertraut.
http://satt.org/literatur/01_12_gruenter_1.html

Woorden bij Biografie Udine Gruenter:
Porträt portret
Wegziehen verhuizen
Erinnerung herinnering
Waisenhaus weeshuis
Autorin schrijfster
Übersiedelte verhuisd zijnde
Surrealismus surrealisme
Rheinland streek in Duitsland
Botanischen Garten organisch hof, tuin
Abstecken afbakenen, afzetten
Haupthäuser voornaamste huizen
Vorwurf verwijt
Vergangenheit verleden, verleden tijd
Zukunft toekomst
Entwürf ontwerp
Mitteilung mededeling
Nachforschung nasporing, navorsing
Attacke attaque
Metapher metafoor
Ausdruck uitdrukking, expressie
Tiergeschichten verhalen/vertellingen over dieren
Paradigmatisch als voorbeeld dienend
Bestandteil ingrediënt
Hochwertig excellent, uitmuntend
Bewältigen te boven komen
Niemals nooit, nimmer
Erstling eerstgeborene (figuurlijk)
Gegenwartsperspektive in de tegenwoordige tijd geschreven
Vertreiben verjagen, verdrijven
Voreinander voor elkaar, voor mekaar
Unterstreichen onderstrepen, benadrukken
Heiterkeit vrolijkheid, hilariteit
Herkunft afkomst, origine
Verhältnis verhouding, relatie
Ohnedies in ieder geval
Bezugspunkt referentiepunt
Erzählfreude plezier in het vertellen, vertelpret

Freuds im Haus Wien 9, Berggasse 19 eine Dokumentation zu Leben und Werk des Begründers der Psychoanalyse. In diesem Haus lebte und arbeitete Freud von 1891 bis 1938, von hier aus trat er mit seiner Familie am 4. Juni 1938 die Flucht vor den Nationalsozialisten ins englische Exil an.

Die Einrichtung des Museums erfolgte 1971 mit Hilfe von Anna Freud, der jüngsten Tochter Sigmund Freuds. Originale Einrichtungs-gegenstände, unter anderem das Wartezimmer, eine Auswahl aus seiner Antikensammlung, Autographen und Erstausgaben seiner Werke geben Einblick in die Biographie Freuds, sein kulturelles Umfeld und die Entstehung der Psychoanalyse.

Das Museum erfuhr im Laufe der Zeit eine schrittweise Erweiterung. Zunächst auf die wenigen Räume der ehemaligen Praxis Sigmund Freuds beschränkt, vergrößerte sich die Fläche im Lauf der 80er und 90er Jahre um ein Vielfaches. Auf den Einbau einer neuen Bibliothek folgte ein Museumsshop, ein Bücherlager und ein moderner Vortrags- und Ausstellungssaal in der neu hinzugekommenen Privatwohnung der Familie Freud. Den schrittweisen Umbau leitete Arch. Wolfgang Tschapeller, dessen Ein- und Umbauten eine klare Distanz zur historischen Bausubstanz wahren.

Die Räume Anna Freuds beherbergen heute eine Sammlung zeitgenössischer Kunst, die Foundation for the Arts, Sigmund Freud-Museum Vienna und einen Anna Freud-Gedenkraum. In einem Videoraum werden historische Filmaufnahmen gezeigt – Momente aus dem Privatleben Freuds und seiner Familie – zusammengestellt und kommentiert von Anna Freud.

Mit der Übernahme des Gassenlokals, in dem bis 1938 die koschere Fleischerei Siegmund Kornmehls untergebracht war, erhielt das Museum eine neue “Außenfläche”. Beginnend mit der Installation “Ansicht der Erinnerung” von Joseph Kosuth lädt das Sigmund Freud-Museum seit Mai 2002 regelmäßig Künstler ein, die Gassenfront des Geschäftes zur künstlerischen Interventionsfläche umzudefinieren.

Heute steht die Berggasse 19 programmatisch für jene Einrichtungen und Aktivitäten, die das Wissen um die Psychoanalyse, ihre historischen Dimensionen und ihre Querbeziehungen zur Kunst vertiefen.

Öffnungszeiten
täglich 9.00–17.00 Uhr
Juli–September täglich 9.00–18.00 Uhr

Preise
Erwachsene EUR 6,–
Viennaticket/Senioren EUR 4,–
StudentInnen/Club Ö1-Mitglieder EUR 3,50,-
SchülerInnen EUR 2,-
Audioguide EUR 1,50

Führungen gegen Voranmeldung
Erwachsene, ab 5 Personen EUR 7,-
Viennaticket, Senioren, ab 10 Personen EUR 5,50
StudentInnen, ab 10 Personen EUR 4,50
SchülerInnen, ab 10 Personen EUR 2,50

Tuer zur Praxis Sigmund Freuds Blick vom Vorzimmer in den Vortragssaal

Freuds verschwundene Nachbarn
Sigmund Freud-Museum Wien
26.3. – 28.9.2003

Kuratorin
Lydia Marinelli

Im Mittelpunkt der Ausstellung Freuds verschwundene Nachbarn stehen ein Haus und seine ehemaligen Bewohner und Bewohnerinnen. Das Gebäude Berggasse 19 verweist heute auf den Namen Freud und die Entstehung der Psychoanalyse, doch jenseits seiner musealen Funktionen dient es wie zu Freuds Zeiten als Miets- und Geschäftshaus. Dieses Spannungsverhältnis zwischen einem symbolisch höchst aufgeladenen Originalschauplatz und alltäglichen Wohnsituationen nimmt die Ausstellung zum Ausgangspunkt. Das Nebeneinander von mythischem Gründungsort und banal wirkender Nutzung veranlasst immer wieder Besucher des Sigmund Freud-Museums, die Frage zu stellen, wer denn in den zahlreichen anderen Wohnungen des Hauses Berggasse 19 gelebt habe und was aus diesen Bewohnern geworden sei.

Die Ausstellung gibt eine Antwort darauf und entwirft anhand von acht Wohnungen das Bild der einstigen Hausgemeinschaft. Der Blick verschiebt sich weg von der Freud-Aura in das Innere eines Wiener Mietshauses, dessen Räume ein aus zeitgeschichtlichen Linien zusammengesetztes Labyrinth erkennen lassen. Es werden Einblicke in das Leben jener Bewohner des Hauses Berggasse 19 um 1938 gegeben, die durch den Nationalsozialismus vertrieben oder ermordet wurden. Der Weg durch das Haus führt in die Praxis der Psychoanalytikerin Dorothy Burlingham, die hier bis 1938 wohnte und arbeitete, oder in die Wohnung von Dorothea und Emil Humburger, die der Schriftsteller Leo Perutz bei der Emigration unterstützte.
“Freuds verschwundene Nachbarn” erschöpft sich nicht im Aufzeigen von Einzelschicksalen, vielmehr veranschaulicht sich an der Biographie eines Wiener Mietshauses, wie weit die Nachwirkungen der Geschichte reichen. Die Bewohner der acht Wohnungen liefern Fallgeschichten über “Arisierungen” und die NS-Wohnungspolitik, die durch die Vertreibung und Umsiedlung von jüdischen Mietern mitten in Wien neue Ghettos entstehen ließ. Die Schlaglichter der öffentlichen Diskussionen über materielle und finanzielle Entschädigungen haben die Aufmerksamkeit auf Kunstraub und berühmte Namen gelenkt. Am weniger spektakulären Beispiel des Verlusts von Mietrechten, der einen großen Teil der Wiener jüdischen Bevölkerung betraf, skizziert die Ausstellung die verschleppte Entschädigungspraxis der Zweiten Republik. Der Gang durch das Haus Berggasse 19 führt damit gleichermaßen zurück in die Vergangenheit wie an die Gegenwart heran: Es öffnen sich die Türen zu den aktuellen Debatten über die Entschädigung nationalsozialistischer Enteignungen, zu den Verbindungen von Geld, Bürokratie und Gedächtnis, aber auch zu den Ritualen der Erinnerung, derer sich Museen bedienen.

Gezeigt werden zahlreiche erst in jüngster Zeit von österreichischen Archiven freigegebene Dokumente, aus denen sich die Hausgemeinschaft Berggasse 19 bruchstückartig zusammensetzen lässt. Eigens restauriert wurde die Hausliste für den 9. Bezirk aus dem Bestand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Toncollagen kontrastieren die “archivalische” Ästhetik der Ausstellung mit Ausschnitten aus Interviews. Die Passagen aus Gesprächen mit Nachkommen der Bewohner, mit Psychoanalytikern, Museumsbesuchern und Hausbewohnern verwandeln das Haus Berggasse 19 in einen Resonanzraum konkurrierender Erinnerungen, Erfahrungen und Vorstellungen.

Bron: http://www.freud-museum.at/d/index.html

Woorden bij Freuds im Haus:
1. Dokumentation documentatie
2. Begründer grondlegger
3. Exil verbanning
4. erfolgen plaatsvinden
5. Wartezimmer wachtkamer
6. kulturell cultureel
7. schrittweise stapsgewijs
8. ehemalig vroeger, voormalig
9. vielfach veelvoudig
10. Distanz afstand
11. Beherbergen huisvesten
12. Filmaufnahmen (film)opnamen
13. Kommentieren becommentariëren, annoteren
14. Übernahme overneming, aanmaning
15. Beginnen aanvangen
16. Künstler kunstenaar, artiest
17. programmatisch volgens een programma, schema
18. Dimension omvang, grootte
19. vertiefen uitdiepen
Reactie op Sigmund Freud Museum:

„zurück in die Vergangenheit wie an die Gegenwart heran:“ Dat klinkt interessant, terug in het verleden én toch in het heden. Geschiedenis maar ook toepasselijk op de actualiteit. Dat trok ons beiden wel, het lijkt een interessante expositie, als je geïnteresseerd bent in Freud en zijn theorieën al helemaal.
Hetzelfde geldt eigenlijk ook voor het gehele museum: het is het interessants als je jezelf iets verdiept hebt in de ideeën van deze psycho – analist. Maar zelfs binnen ons groepje, van twee personen, is er al een groot verschil, Carla vindt de psychologie en de psycho – analyse interessanter dan Anneline en zou dus ook eerder geneigd zijn dit museum te bezoeken. Anneline zou er met plezier naar toe gaan, omdat het zeker mooi lijkt, maar dan zou ze wel eerst zich wat inlezen in het onderwerp.
Anneline lijkt het museum heel mooi en interessant omdat er geprobeerd is de oorspronkelijke stijl terug te krijgen. Hierdoor is een juist beeld te vormen van hoe het er in dat huis aan toe is gegaan, door die expositie over zijn buren zelfs nog meer. Dan wordt ook duidelijk wie de anderen waren die in het huis rondliepen. Zoals ook in het stuk staat geschreven krijg je een idee van hoe Freud leefde en kun je een beetje in de gedachten van een psycho- analist kruipen.
Carla heeft een iets andere mening, maar zou ook zonder tegenzin een bezoekje brengen aan het huis op Berggasse 19. Freud en zijn ideeën trekken haar wel, maar ze weet niet zeker of in het museum wel genoeg informatie wordt besteedt aan die ideeën. Zij vreest dat het museum vooral gaat over zijn leven, hoe het met hem is verlopen. Zijn tegenslagen, zijn overwinningen, zijn buren, zijn meubels etc. maar minder over wat hij vond van dingen en hoe hij tot zijn conclusies is gekomen. Al hoewel er wel in het stuk van de expositie staat dat ook de actualiteit aan de orde wordt gebracht.
Een heel ander aspect dat het museum in zijn voordeel heeft, is dat het relatief goedkoop is. Voor een museum is een toegangsprijs voor een student van €3,50 helemaal niet veel en dat spoort mensen toch indirect aan om het museum te bezoeken.
Iets dat ons allebei aansprak was dat er ook in het museum tentoongesteld wordt wat de psycho- analyse (niet alleen van Sigmund Freud) heeft betekend in de kunst.
Dus komen we tot de volgende conclusie is dat we het museum wel willen gaan bezoeken. Maar het staat bij ons beide niet op nummer één.